10:23 und 1:6 gegen Füssen bei herrlichem Baseballwetter
Das Ergebnis des ersten Spiels sagt eigentlich schon alles. Wenn bei einem Baseballspiel ein sonst eher im American Football üblicher Score herauskommt, verheißt das nichts Gutes, was die Qualität des Spiels betrifft. Und so war es auch. Von den 23 Runs, die die Gastgeber im ersten Spiel des Doubleheaders kassieren, gehen 14 auf das Konto der Defense, die 6 folgenschwere Errors produzierte. Man glaubt es kaum, aber ohne Errors auf beiden Seiten hätte man tatsächlich ein enges, umkämpftes Spiel gesehen, das -theoretisch- auch Füssen, aber nur mit 9:8 gewonnen hätte. Zur Wahrheit gehört damit aber auch, dass die 8 Runs, die Starter Andrés Fernanadez Di Pietro in den ersten drei Innings zulassen muss, schon eine zu große Hypothek gewesen wäre. Die vielen Runs der mit insgesamt 16 Hits stark schlagenden Royal Bavarians verdecken den Blick auf die eigentlich gute Leistung des Caribes-Bullpen an diesem Tag, der nur noch einen Run (durch den als Pitcher eingesetzten Position Player César Di Luca) verschuldete. Die weiteren Einwechselwerfer Moritz Ondracek, Oscar Plata und Rückkehrer Anthuan De La Vega machten ihre Sache gut und hätten – ohne Fehler ihrer Feldverteidigung – keine weiteren Runs zugelassen.

Dass das zweite Spiel unter anderen Vorzeichen stehen würde und wesentlich weniger Runs zu erwarten sind, war aufgrund der Protagonisten auf dem Wurfhügel klar. Und so war es dann auch. Wobei Gästetrainer Mitch Wirthmüller schon eine kleine Überraschung parat hatte und im zweiten Spiel nicht US-Pitcher Mike Compton starten ließ, sondern den im ersten Spiel noch geschonten Daniel Mendelssohn. Und der machte den Münchner das Leben an der Homeplate schwer und lässt in 3 Innings keinen Run zu. Auf der anderen Seite mühte sich Koki Fukumoto, ins Spiel zu finden. Im ersten Inning kämpfte er noch mit der Kontrolle und muss drei der ersten Batter per Walk oder Hit-by-Pitch auf Base lassen. So sind die Bases geladen, als der sechste Hitter der Allgäuer, David Wallace, im ersten Spiel noch ohne Hit geblieben, zum Schwung ausholt und den Ball über den Zaun im Right Field befördert. Grand Slam Homerun! 4:0 Füssen. Im Nachhinein betrachtet, wenn man den Endstand sieht, die Vorentscheidung bereits im ersten Halbinning. Natürlich war das nicht das Mindset während des Spiels. Die Hausherren versuchten alles und der eine oder andere Hit gelingt, aber erst im sechsten Inning, gegen den im vierten Inning eingewechselten Mike Compton gelingt durch Javier Mirelys Gomes der erste Run. Mehr wird es aber nicht mehr. Koki Fukumoto dagegen muss auf Seiten der Gastgeber nach 3 Hits im fünften Inning nochmal zwei Runs abgeben.
In der Offensive gelingen den München Caribes zwar 15 Hits in zwei Spielen (3 gehen dabei auf das Konto von Moritz Ondracek), aber auch in dieser Kategorie hatte man gegen die 23 Hits der Gäste das Nachsehen. Die Füssen Royal Bavarians gehen somit zweimal als verdienter Sieger vom Platz und übernehmen damit Tabellenplatz 2 von den Gastgebern. Die werden nun am nächsten Wochenende in Freising beim bislang sieglosen Tabellenletzten versuchen, den nun ausgeglichenen Win-Loss-Record wieder ins Positive zu drehen.