Caribes erzwingen mit 9:1-Sieg ein entscheidendes 3. Spiel
Die Ausgangslage im Playoff-Viertelfinale der 2. Bundesliga war klar. Die Niederlage in Neuenburg eine Woche zuvor hatte man auf Seiten der Münchner spätestens auf der langen Heimfahrt entlang des abendlichen Bodensees weggesteckt. Sie hatte sich in Zuversicht gewandelt, dass man das Playoff-Viertelfinale in München mit Koki Fukumoto auf dem Mound in Spiel 2 und bestem Wetter im gut besuchten Ballpark im Olympiapark drehen kann.

Dominante Fukumoto-Performance mit 17 Strikeouts
Und diesen Teil des Vorhabens setzen die Hausherren gleich gut in die Tat um. Im zweiten Inning geben Guilherme Palhares mit einem RBI-Single und Isaia Lauvai mit einem Groundout, das den mit einem Hit auf Base gekommenen Armando Perez nach Hause bringt, ihrem japanischen Mannschaftskollegen früh eine Führung mit auf den Weg. Und der dominiert von Anfang an mit hoher Effizienz, was in dem 9-Inning-Game besonders wichtig ist. Für 5 Innings braucht er lediglich 68 Pitches, mit denen er bereits 11 Strikeouts erzielt. Im sechsten Inning gelingen den Atomics dann zwei aufeinanderfolgende Hits durch Huber und Betancourt. Sie verkürzen auf 1:2, nachdem die Caribes nach wie vor Schwierigkeiten haben, Runs zu produzieren. Erst im siebten Inning bricht der Bann. Begünstigt durch einen Error und zwei Walks laden die Münchner die Bases bei allerdings schon zwei Outs. Die räumen Ripken Reyes mit einem 2-RBI-Single und Shortstop Armando Perez mit einem RBI-Double ab. Die beiden wiederum schickt Andrés Fernandez Di Pietro mit einem 2-RBI-Single über die Home Plate. Das Inning ist erst beendet, nachdem auch noch der Brasilianer Palhares durch einen Wild Pitch scort. 8:1 und Koki Fukumoto auf dem Mound – das Spiel war nun zugunsten der Münchner entschieden. Der japanische Starting Pitcher wirft ein Complete Game mit 17 Strikeouts und 120 Pitches. Im 8. Inning legt Teamkapitän Da Costa noch einen Run zum 9:1 Endstand nach. Der erste Teil war somit schon mal erledigt. Ein drittes Spiel muss die Entscheidung herbeiführen.

Guter Start ins Entscheidungsspiel, Einbruch im vierten Inning
Auch da legen die Gastgeber gut los. Gleich der erste Hitter, Javier Mirelys, kommt mit Hit auf Base, der nächste Schlagmann José Da Costa sendet ihn mit einem RBI-Single vom zweiten Base nach Hause. Auch im zweiten Inning das gleiche Resultat. Neuenburg punktet trotz zweier Walks von Caribes-Starter Di Pietro nicht, während die Münchner den abermals durch einen Hit auf Base gekommenen Ex-Dortmunder Perez zur 2:0-Führung über die Homeplate bringen. Im dritten Inning dreht sich das Bild. Bei schon zwei Aus und einem Baserunner gelingen den Atomics drei Hits in Folge, die den Gästen den Ausgleich bescheren. Im nächsten Inning kommt zwar der Leadoff-Hitter durch Error auf Base, aber gleich der nächste Batter kassiert ein Strikeout. Dann ein Walk der Nr. 9 der Batting Order. Nun sehen die Atomics-Hitter schon zum dritten Mal die Würfe von Fernandez Di Pietro und stellen sich wie im Hinspiel gut darauf ein. Zwei Hits scoren die nächsten beiden Runs. Es folgt mit Shortstop Betancourt der beste Neuenburger. Die Konfrontation mit ihm wird durch einen intentional Walk umgangen. Aber der Schachzug zahlt sich nicht aus. Auch die nächsten Schlagleute holen mit Hits ihre Kollegen nach Hause. 8:2 Neuenburg. Dann folgt der Pitcherwechsel. Der Münchner Manager Edwyn Figarella bringt nun Moritz Ondracek, der in der Vorwoche in drei Innings nur einen Run der Neuenburger zuließ. Der muss erst noch einen Hit abgeben, beendet aber das Horror-Inning für die Gastgeber, in dem sie mit 7 Runs in Rückstand geraten. In der unteren Hälfte des vierten Innings bleibt die Trotzreaktion aus. Drei von vier Caribes-Hittern kassieren ein Strikeout gegen Gästestarter Denny Huber. Auch bei ihm das gleiche Bild wie in Spiel 1. Er hat die Offense der Münchner gut im Griff. Nichts mehr gelingt. Keine Aufholjagd. Im fünften Inning beordert Manager Figarella Catcher Mirelys als Pitcher auf den Wurfhügel. Er muss zu Beginn gleich zwei Walks abgeben, die schließlich zwei weitere Runs bedeuten. Im sechsten Inning kommt es noch schlimmer: 5 weitere Runs gegen Mirelys und die ihm noch folgenden Kai Meythaler und Anthuan De La Vega besiegeln die Caribes-Niederlage nach 10-Run-Rule und damit das Playoff-Aus.

Bitteres Ende einer erfolgreichen Saison
Ein unrühmliches Ende nach einem so verheißungsvollen Beginn. Die Neuenburg Atomics ziehen verdient in die nächste Playoff-Runde ein, wo sie im Halbfinale auf die Bayerische Baseball Academy treffen, das Team, das nur gegen einen Gegner in dieser Saison verloren hat – die München Caribes. Eine kleine Erinnerung daran, dass eine erfolgreiche Saison zu Ende geht, in der man nach vielen Jahren wieder den Playoff-Einzug geschafft und in der Lage war, das Top Team der 2. Bundesliga zweimal zu schlagen.
